Entwässerung: Datenerhebung kommt voran

(vom 01.09.2017)

Rückgabefrist für Erfassungsbögen verlängert

Bei der Ermittlung der befestigten Flächen, von denen Regenwasser in den öffentlichen Kanal fließt, sind die Kommunalen Betriebe Langen (KBL) ein großes Stück weitergekommen. Ende Juli wurden an exakt 7.241 Haus- und Grundstückseigentümer vorausgefüllte Erhebungsbögen geschickt. Rund 4.250 kamen bis jetzt wieder zurück. Wer sich noch nicht gemeldet hat, erhält in diesen Tagen ein Erinnerungsschreiben mit einer Fristverlängerung bis zum 25. September.

„Ihre Mitwirkung liegt in ihrem eigenen Interesse", heißt es in dem Brief. Denn die bisherigen Flächendaten verlieren ab 2018 ihre Gültigkeit. Wer die Angaben in seinem Erhebungsbogen nicht überprüft und gegebenenfalls korrigiert, wird künftig nach eben diesen veranlagt. „Basis sind aktuelle Luftaufnahmen und da kann es natürlich vorkommen, dass die Auswertung mit einem Computer-Programm nicht die Realität widerspiegelt", sagt KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski.

Wer mit dem Vergleichen und Ausfüllen trotz Merkblatt und Kurzanleitung nicht so ganz zurechtkommt und Fragen hat, kann sich helfen lassen. Die Beratungsstelle im Kundenzentrum der Stadtwerke Langen, Weserstraße 14, ist nochmals vom 4. bis 8. September besetzt: Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 16 Uhr und am Freitag von 7.30 bis 12 Uhr. Außerdem ist es möglich, sich in dem genannten Zeitraum täglich von 9 bis 17 Uhr an die Service-Hotline 0800 1169-201 zu wenden. Bisher haben etwa 1.600 Eigentümer persönlich und telefonisch das Beratungsangebot wahrgenommen. Das verlief nach Pusdrowskis Worten alles sehr sachlich und problemlos.

Hintergrund der Mammutaktion ist die Notwendigkeit, die Regenwassergebühr neu zu berechnen. Insgesamt geht es um mehr als 6.000 Parzellen, von denen vom Steinberg bis zum Neurott und Oberlinden Wasser in den Kanal und dann zur Reinigung durch die Kläranlage des Abwasserverbandes fließt. Diese Entwässerungs-Infrastruktur verursacht jährlich Kosten in Millionenhöhe, die nach den gesetzlichen Bestimmungen durch Gebühren gedeckt werden müssen. Sie setzen sich aus dem Anteil für das Schmutz- und für das Regenwasser zusammen.

Die Höhe richtet sich im ersteren Fall nach der von den Stadtwerken bezogenen Frischwassermenge. Wie viel Geld der einzelne Haus- und Grundstückseigentümer oder Mieter für den Regenwasserpart bezahlen muss, hängt vom Umfang der versiegelten - also wasserundurchlässigen - Flächen auf dem Areal ab. Bei voluminösen Dächern und gepflasterten Höfen fällt die Gebühr höher aus, als wenn sich Rasen und Blumenbeete um ein kleines Einfamilienhäuschen schlängeln und ein Großteil des Wassers im Boden versickern kann. Einen Abschlag gibt es für alle, die Regenwasser in einer Zisterne sammeln und fürs Gießen im Garten nutzen.

Seit gut 20 Jahren sind die versiegelten Quadratmeter der Multiplikator für die individuelle Gebührenhöhe. Doch die KBL-Datenbank ist inzwischen veraltet. Das haben Stichproben ergeben, deren Ergebnisse nicht mehr den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Hofeinfahrten wurden neu gestaltet, Terrassen angelegt oder zusätzliche Anbauten errichtet. Zwar sind die Eigentümer verpflichtet, solche Änderungen den Kommunalen Betrieben zu melden, was aber häufig aus Unkenntnis der gebührenrechtlichen Zusammenhänge unterbleibt. Neubauten fließen zwar automatisch in den Datenbestand mit ein, aber auch auf diesen Grundstücken kommt es zu Veränderungen, wenn zum Beispiel nachträglich eine Fläche gepflastert wird.

Deshalb war es laut Pusdrowski an der Zeit, sämtliche Daten systematisch zu aktualisieren. Die neue Erhebung diene vor allem der Gebührengerechtigkeit, weil durch sie die Realität abgebildet werde. Es gehe darum, wirklich alle bebauten und befestigten Flächen zu berücksichtigen, die ans öffentliche Kanalnetz angeschlossen seien. Nach Auswertung der Erhebungsbögen würden die Kommunalen Betriebe die Gesamtfläche, die über das öffentliche Kanalsystem entwässert werde, ermitteln und der Gebührenkalkulation für 2018 zugrunde legen. Dann werde individuell für jedes Grundstück die Höhe der künftigen Regenwassergebühr errechnet und in den nächsten Gebührenbescheid aufgenommen.

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