Bestattungswald gestoppt

(vom 15.06.2018)

Regierungspräsidium macht Plänen Strich durch die Rechnung

In Langen wird es vorerst keinen Bestattungswald geben. Das Regierungspräsidium Darm-stadt (RP) hat den Plänen der Kommunalen Betriebe (KBL), den Forst südlich des Stadtteils Oberlinden für Gräber in der Natur in Anspruch zu nehmen, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn laut RP kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Fläche mit Kampfmitteln belastet ist.

„Vor dem Hintergrund dieser Aussage haben wir eine neue Situation“, erklärte KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski. Seinen Worten zufolge wäre der Aufwand viel zu groß, den ganzen Waldboden nach möglichen Überresten aus dem Zweiten Weltkrieg zu untersuchen. Deshalb komme ein Bestattungswald in diesem Gebiet nicht infrage, sagte Pusdrowski und wird das auch der Stadtverordnetenversammlung mitteilen, die sich mit der Thematik bereits befasst und einen entsprechenden Prüfungsauftrag erteilt hatte.

Die Kommunalen Betriebe wollten sich jetzt darauf konzentrieren, weitere naturnahe Flächen auf dem Friedhofsgelände anzulegen. Denn Fakt sei, dass das klassische Reihengrab zunehmend zum Auslaufmodell werde. Im Trend liegen laut Pusdrowski Gräber in der Natur, die keine oder nur wenig Pflege erfordern. Auf dem Friedhof habe KBL deshalb schon vor Jahren Grabstätten in der Nähe von Bäumen ausgewiesen. Sie müssten von den Ange-hörigen nicht gepflegt werden.

Die Idee von Bestattungen in der Natur außerhalb von geschlossenen Friedhöfen findet immer mehr Anhänger. Pusdrowski will deshalb die Flinte noch nicht ins Korn werfen. „Wir werden gemeinsam mit der Forstverwaltung sondieren, ob es in anderen Waldgebieten auf Langener Gemarkung alternative Flächen gibt, die sich für einen Bestattungswald eignen.“

 

zurück