Keine Rutschpartie auf Langens Straßen

(vom 23.11.2018)

KBL-Winterdienst gut auf Schnee und Eis vorbereitet

In Hessen ist der erste Schnee dieses Winters gefallen. Langen hat davon zwar noch nichts abbekommen, aber das kann sich jederzeit ändern. Dann kommt auf die Kommunalen Betriebe (KBL) wieder zusätzliche Arbeit zu. Doch der Winterdienst ist gut auf alle Eventualitäten vorbereitet, um Rutschpartien auf den Straßen nach Möglichkeit zu verhindern. Im neuen Domizil an der Darmstädter Straße neben der Feuerwehr stehen die Räumfahrzeuge bereit und das Salzlager ist gefüllt, wie KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski berichtet.

Winterdienst-Chef Peter Müller hat die Dienstpläne für die kalte Jahreszeit stets parat. Ein eingespieltes Team von 22 Mann kann er bei Schnee und Eis jederzeit zu Sonderschichten rausschicken, bei Bedarf auch mitten in der Nacht. Kommt es tagsüber zu Engpässen, wird die Winterdiensttruppe um weitere Beschäftigte aufgestockt. Da das Personalkontingent aber begrenzt ist, holen die Kommunalen Betriebe wieder einen privaten Dienstleister mit ins Boot. Er kümmert sich ums Wirtschaftszentrum Neurott.

Zum Streuen und Räumen sind vier Großfahrzeuge jederzeit startklar. Traktoren übernehmen Radwe-ge. Fußgängerüberwege, Bushaltestellen und die Bahnunterführungen müssen in Handarbeit gestreut werden. Priorität haben Südliche Ringstraße, Bahnstraße oder Fahr-Fahrgasse, über die der meiste Verkehr rollt. Gleich danach sorgt der Winterdienst für rutschfreie Gefällstrecken auf dem Steinberg und ist rund ums Rathaus und auf den Busschleifen tätig. Auf Nebenstraßen kann der Service allerdings nur nachrangig bei extremer Glätte ausgedehnt werden „Der Zeit- und Kostenaufwand wäre ansonsten einfach zu hoch“, erklärt Müller.

Zum Streuen verwenden die Kommunalen Betriebe sogenanntes Feuchtsalz. Es gilt als umweltfreundlich, wirtschaftlich und effektiv. Bei dem Verfahren befeuchtet das Räumfahrzeug herkömmliches Streusalz direkt vor dem Auswerfen mit einer Natriumchlorid-Lösung. Die Kommunalen Betriebe stellen sie selber her und machen sich dadurch unabhängig von eventuellen Lieferengpässen. Die Mischung verhindert, dass trockenes Salz durch Windböen oder fahrende Autos in den Straßengraben geweht wird. Das senkt nicht nur deutlich den Verbrauch, sondern schont auch die Vegetation der Seitenstreifen. „Sowieso achten wir darauf, so wenig wie nötig zu salzen“, betont Müller. Denn gerade nach der extremen Trockenheit der vergangenen Monate seien vor allem die Bäume geschwächt und würden umso mehr leiden, wenn sie mit Salz in Berührung kommen.

Bis minus acht Grad taut Feuchtsalz Eis und Schnee problemlos auf. Wenn es noch kälter wird, bewahrt nur noch Splitt davor, ins Rutschen zu kommen. Mit 250 Tonnen Streusalz sind die Kommunalen Betriebe gut ausgestattet. Auf dem neuen Betriebshof lagern 150 Tonnen in der Salzhalle, der Rest befindet sich in einem großen Silo, von dem aus die Ein-satzfahrzeuge befüllt werden. Im vorigen relativ milden Winter waren sie nicht allzu oft unterwegs. Sollte es diesmal anders kommen, kann auf weitere 50 Tonnen in einem Lager in Wiesbaden zurückgegriffen werden, das mehrere Kommunen eingerichtet haben.

Mit dem Winterdienst kommen Städte und Gemeinden ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Reinigungs- und Verkehrssicherungspflicht nach. Sie gilt jedoch nur auf verkehrswichtigen und gefährlichen Straßen wie zum Beispiel Gefällstrecken. Fußgängerwege müssen durch die Anlieger durchgängig von 7 bis 20 Uhr schnee- und eisfrei gehalten werden. Abstumpfende Mittel wie Sand und Splitt gibt’s kostenlos auf dem Wertstoffhof an der Darmstädter Straße. Splittkästen stehen zudem an mehreren Stellen im Stadtgebiet und können ebenfalls in Anspruch genommen werden.

Nach den Worten von KBL-Betriebsleiter Pusdrowski „leisten wir in Langen im Sinne einer sicheren Mobilität häufig mehr als das gesetzlich vorgeschriebene Maß. Bei starken und anhaltenden Schneefällen bitten wir jedoch um Verständnis, dass wir uns auf die wichtigsten Straßen konzentrieren müssen.“

Alle Verkehrsteilnehmer sollten bei Schnee und Eis Vorsicht walten lassen. Geeignetes Schuhwerk beugt Stürzen vor. Eine dem Straßenzustand angepasste Fahrgeschwindigkeit vermindert das Risiko von Unfällen und manchmal ist es besser, das eigene Fahrzeug stehen zu lassen.

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