Verkehrsbehinderungen durch Baustelle Hegweg

(vom 22.02.2018)

Durchfahrt Altstadt gesperrt/Erstmals Straßenbeiträge

Die Verkehrsteilnehmer haben es in diesem Jahr in Langen mit relativ vielen Baustellen zu tun. Das ist zwar ärgerlich, hat aber auch seine guten Seiten, da Straßen saniert und Schäden behoben werden. Oder es entstehen Wohnungen und Geschäfte, die in der Realisierungsphase ebenfalls den Verkehr behindern können. In die Tiefe geht es jetzt auf der Kreuzung Frankfurter Straße/Hegweg/Wallstraße, die für etwa vier Wochen gesperrt werden muss. Hier erneuern die Kommunalen Betriebe ab Montag, 26. Februar, den Kanal und die Stadtwerke die Strom-, Gas- und Wasserleitungen. Die Arbeiten sind notwendig, weil der Kanal und die Versorgungsleitungen in die Jahre gekommen sind.

Leider kann es dabei zu kurzzeitigen Unterbrechungen der Strom-, Gas- und Wasserversorgung kommen. Die Anlieger werden rechtzeitig vorher informiert. Der Verkehr wird wie beim Ebbelwoifest über die Gabelsbergerstraße, den Stresemannring, die Gartenstraße, den Lutherplatz und die Rheinstraße geführt. Vom und zum Hegweg erfolgt die Umleitung durch die Altstadt über die Kaplaneigasse.

Erschwerend kommt hinzu, dass Hessen Mobil am Wochenende 3. und 4. März (wie schon das Wochenende zuvor) auf der Nordumgehung zwischen der Anschlussstelle Langen an die A 661 und der Einfahrt Südliche Ringstraße mit Reparaturarbeiten zugange ist. Deswegen ist die B 486 auf diesem Abschnitt vom 3. März, 8 Uhr, bis 4. März, 18 Uhr, in Fahrtrichtung Offenthal gesperrt. Wer die Baustelle über die Frankfurter Straße umfahren will, muss dann noch die zusätzliche Umleitung in Kauf nehmen, um letztlich über die Südliche Ringstraße sein Ziel zu erreichen.

Auf dem Hegweg geht es im Mai mit der Sanierung der Straße und der Erneuerung des Kanals weiter. Zudem werden die Versorgungsleitungen sowohl hier als auch in der Turmgasse und zuvor ab Mitte März in der Kaplaneigasse ausgetauscht. Der rund 250 Meter lange Abschnitt des Hegwegs von der Frankfurter Straße bis zur Kindertagesstätte ist in einem schlechten Zustand und sollte eigentlich schon vor zwei Jahren auf Vordermann gebracht werden. Der Magistrat musste das Projekt aber bis zum Beschluss der Straßenbeitragssatzung durch die Stadtverordnetenversammlung zurückstellen, weil die Kommunalaufsicht sonst keine Haushaltsgenehmigung erteilt und damit kein Geld für die Arbeiten zur Verfügung gestanden hätte.

Der Hegweg ist nun das erste Vorhaben, das über die Satzung abgerechnet wird. Das bedeutet, dass die Anlieger in der sogenannten Kernstadt – das ist das Stadtgebiet östlich der Bahnlinie - Anfang 2019 jeweils einen Gebührenbescheid erhalten. Weil sich die Kosten auf viele Schultern verteilen und die Stadt selbst ihren Gemeindeanteil (mindestens 25 Prozent) bezahlt, braucht sich aber niemand vor hohen Beträgen zu fürchten. Erster Stadtrat Stefan Löbig rechnet einschließlich Kanal und Versorgungsleitungen mit Gesamtkosten von mehr als einer Million Euro. Der Anteil für den Straßenbau – und nur für ihn gilt die Satzung – dürfte nach der bisherigen Kalkulation bei 260.000 Euro liegen. Wie viel der einzelne Haus- und Wohnungseigentümer zahlen muss, hängt unter anderem von der Anzahl der Geschosse auf seinem Grundstück ab. Straßenbeiträge können weder über die Nebenkosten auf die Mieter umgelegt werden noch berechtigen sie zu einer Mieterhöhung.

Nach Löbigs Angaben werden allenfalls jährliche Summen im unteren dreistelligen Bereich auf die Betroffenen zukommen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte zudem beschlossen, die Belastung per anno grundsätzlich auf 35 Cent pro Quadratmeter Veranlagungsfläche zu begrenzen. „Durch die Einnahmen aus der Straßenbeitragssatzung sind wir in der Lage, intakte Verkehrswege zu gewährleisten, die zur Attraktivität Langens als Wohn- und Gewerbestandort maßgeblich beitragen", betonte Löbig.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich für wiederkehrende Beiträge entschieden. Die Straßenbaukosten werden dabei auf alle Grundstücksbesitzer eines Abrechnungsgebiets verteilt. Dieses Solidaritätsprinzip bewirkt, dass die Beiträge bei den Einzelnen vergleichsweise niedrig ausfallen, da alle Anlieger im Abrechnungsgebiet einen Anteil übernehmen – allerdings „wiederkehrend", also immer dann, wenn in ihrem Gebiet eine Straße an der Reihe ist. Die Alternative wären einmalige Beiträge, mit denen nur die unmittelbaren Anlieger der baufälligen Straße zur Kasse gebeten werden – wobei schnell mal fünfstellige Summen für den Einzelnen zustande kommen können.

Auf dem Hegweg ist nur relativ wenig Verkehr. Um diesen Charakter zu unterstreichen, wird die gesamte Fläche gepflastert, was auch zur Altstadt passt. Die Bürgersteige fallen weg. Autofahrer, Radler und Fußgänger sind gleichberechtigt. An der Einmündung zur Kaplanei und zur Turmgasse wird rotes Pflaster verlegt, um rechts vor links zu verdeutlichen. Parkplätze sollen mit anthrazitfarbenen Steinen sichtbar gemacht werden. Alles andere wird grau. Die Bauarbeiten gehen bis ins kommende Jahr. Da die Hegweg-Durchfahrt gesperrt ist, müssen Anlieger um das Freizeit- und Familienbad herum über die Teichstraße fahren.

Während des Ebbelwoifestes ruhen die Arbeiten, weil der Hegweg als Rettungsweg zur Verfügung stehen muss. Für das kommende Jahr ist vorgesehen, die Kaplanei- und die Turmgasse ebenfalls zu sanieren. Nach Fertigstellung werden alle drei als Spielstraßen ausgewiesen und bilden einen verkehrsberuhigten Bereich.

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