Verwaltungskosten gesenkt, Service verbessert

(vom 05.03.2020)

Kommunale Betriebe seit 25 Jahren erfolgreich im Dienst der Stadt

Bauhof Luftaufnahme
Müllabfuhr, Winterdienst, Straßeneinigung und noch viel mehr: Seit 25 Jahren sind die Kommunalen Betriebe Langen für die Bürgerinnen und Bürger im Einsatz. Ihr Domizil ist der Betriebshof an der Darmstädter Straße.

Es war durchaus ein Wagnis, als die Stadt Langen vor 25 Jahren Neuland betrat und Teile der Verwaltung zu einem öffentlichen Unternehmen machte. Es schlug die Geburtsstunde der Kommunalen Betriebe Langen (KBL), die jetzt silbernes Jubiläum feiern und heute so selbstverständlich sind wie die Stadtwerke oder der Abwasserverband, mit dem Unterschied, dass sie alleine der Kommune gehören und als sogenannter Eigenbetrieb firmieren. Zu den Kommunalen Betrieben wurden die Hoch- und Tiefbauabteilung, die Abteilung für öffentliche Einrichtungen (Müllabfuhr und Straßenreinigung) und die Garten- und Friedhofsabteilung.

Bürgermeister Frieder Gebhardt bezeichnet die unter seinem Vorgänger Dieter Pitthan vollzogene KBL-Gründung als einen richtigen Schritt zur rechten Zeit. Es sei von Anfang an gelungen, die Effizienz städtischer Dienstleistungen zu erhöhen, Verwaltungskosten zu senken und den Service für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Die Kommunalen Betriebe seien ein wichtiger und zuverlässiger Akteur, „ohne den unsere Infrastruktur nicht überlebensfähig wäre".

Vorbilder in der näheren Umgebung waren von der Stadt Offenbach ins Leben gerufene Eigenbetriebe. Nachdem das Stadtparlament die Weichen gestellt hatte, musste ein auf die örtlichen Belange zugeschnittener Organisationsrahmen entworfen und eine Betriebskommission gebildet werden, der neben der Rathausspitze auch Vertreter der politischen Parteien und des Personalrats angehören. Die Betriebskommission überwacht die Betriebsleitung, bereitet Beschlüsse für die Stadtverordnetenversammlung vor und fungiert als Mittlerin zum Magistrat. Ihre Funktion entspricht der eines Aufsichtsrats.

Erster Betriebssitz war eine Bürocontaineranlage auf dem alten Bauhof an der Liebigstraße, bevor der Umzug in den Neubau der Stadtwerke an der Weserstraße erfolgte. Am Aufgabenspektrum hat sich seit der Gründung nichts geändert. Nach wie vor geht es um hoheitliche Tätigkeiten wie die Müllabfuhr, die Straßenreinigung, die Stadtentwässerung und das Friedhofsmanagement. Diese Leistungen werden durch Gebühren finanziert, die gemäß den gesetzlichen Vorgaben kostendeckend sein müssen. Zudem ist KBL als Dienstleister für die Stadtverwaltung tätig, etwa beim Hochbau und der Grünpflege. Ein Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung der Kommunalen Betriebe ist der moderne Wertstoffhof an der Darmstädter Straße, der vor anderthalb Jahren eröffnet wurde. Er wird sowohl von der Langener als auch von der Egelsbacher Bevölkerung geschätzt. Alle können hier einfach und unbürokratisch Gartenabfälle, Altholz, Bauschutt, Elektrogeräte und viele Wertstoffe entsorgen.

Grundprinzip bei KBL ist, dass jede Dienstleistung erfasst und abgerechnet wird. Wenn beispielsweise ein Fachdienst aus dem Rathaus die Kommunalen Betriebe damit beauftragt, ein Schlagloch auszubessern, eine Straße abzusperren oder den Anbau an eine Kindertagesstätte zu planen, wird das dem städtischen Etat nach marktüblichen Preisen in Rechnung gestellt. Mehr Flexibilität entsteht, indem KBL nicht alles selber macht, sondern auch Aufträge an Dritte vergibt, falls dies wirtschaftlicher ist, zum Beispiel bei der Grünpflege und bei Handwerkerarbeiten.

Der Eigenbetrieb ist zwar rechtlich ein Teil der Stadt, wird aber als Sondervermögen wie ein privatrechtliches Unternehmen geführt. Eine eigene Bilanz und Buchführung gewährleisten Kostentransparenz. Um Doppelstrukturen zu vermeiden und Geld zu sparen, waren die Stadtwerke Langen von Anfang an für alle betriebswirtschaftlichen Aufgaben mit im Boot. Sie sind bei KBL zuständig fürs Rechnungswesen, den Einkauf, fürs Personal und das Controlling.

Als erster Betriebsleiter ging 1995 Uwe Daneke an den Start, der später im Rathaus als Fachbereichsleiter unter anderem für die Kämmerei zuständig war. Weil die Verzahnung mit den Stadtwerken immer enger wurde, übernahm deren seinerzeitiger Direktor Norbert Breidenbach im Jahr 1997 die KBL-Führung. 2001 wurde er von Manfred Pusdrowski abgelöst, der nunmehr seit 19 Jahren sowohl als Geschäftsführer der Stadtwerke auch als Betriebsleiter der Kommunalen Betriebe für wesentliche Bereiche der Stadtwirtschaft Verantwortung trägt.

„KBL und Stadtwerke gehören ganz einfach zusammen. Die Führung aus einer Hand und die Erledigung von Verwaltungsaufgaben durch dieselben Personen und Systeme kommen letztlich allen Bürgerinnen und Bürgern durch gute Leistungen zu günstigen Preisen und fairen Gebühren zugute", sagt Pusdrowski. Für eine Stadt in der Größenordnung Langens sei die große Nähe von Stadtwerken und Eigenbetrieb ein vorbildliches Organisationsmodell, das zunehmend auch in anderen Kommunen praktiziert werde. „Die Aufgaben in den Bereichen Energie, Verkehr und Wasser, für die die Stadtwerke zuständig sind, haben viele natürliche Berührungspunkte zur Stadtentwässerung oder zum Bausektor im Eigenbetrieb. Auch beim Umwelt- und Klimaschutz ziehen beide Unternehmen an einem Strang", betont Pusdrowski.

KBL und die für die Müllabfuhr und den Wertstoffhof zuständige Tochtergesellschaft ALEG (an der die Gemeinde Egelsbach seit 2019 mit 25 Prozent beteiligt ist) beschäftigen zusammen 98 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Gebühren und Umsatzerlöse von rund 18 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaften. Nachdem um den Jahrtausendwechsel zeitweise Verluste angefallen waren, steht seit acht Jahren jeweils ein Gewinn in der Bilanz.

In den vergangenen 25 Jahren wurden große Bauprojekte durch die KBL-Facility-Manager und die Fachleute der Entwässerungsabteilung betreut. Dazu zählen die Sanierung des großen und farbenfroh gestalteten Wohngebäudes der Stadtwerke an der Annastraße, der Bau von Straßen und Kreiseln, neue Regenrückhaltebecken, die Verlegung von Abwasserleitungen im Baugebiet Belzborn, die Sanierung der Langener Stadthalle, der Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen und als besonders herausragendes Ereignis der Neubau des Betriebshofs mit Wertstoffhof. Und nicht zuletzt führten die Kommunalen Betriebe Regie bei der Sanierung der Bahnbrücke. Überdies haben sie den Friedhof mit pflegeleichten und naturnahen Bestattungsangeboten zu einer innerstädtischen grünen Insel mit reichlich Natur und hoher Aufenthaltsqualität entwickelt.

Nach den Worten von Betriebsleiter Pusdrowski brauchen sich die Kommunalen Betriebe um die Zukunft keine Sorgen zu machen. „Wir werden als wichtiger Teil der Stadtwirtschaft gebraucht. Die Monopolbildung in der Entsorgungs- und Bauwirtschaft der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass dies zu weniger Wettbewerb und höheren Kosten für die Bürger führen kann. Ich bin froh, dass sich nach der Privatisierungswelle am Ende des vorigen Jahrhunderts überall in Deutschland die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass sich eigene Leute in einem kommunalen Unternehmen mit dem Ort, für den und in dem sie arbeiten, besonders identifizieren und mit Herzblut engagieren. Das zahlt sich am Ende für alle aus."

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